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Category Archives: Religionsfreiheit

Christlichen Konvertiten wird Asyl verweigert

Pakistan: Christen in großer Bedrängnis

Kardinal Zen bei der IGFM-Jahresversammlung in Bonn

Falsche Version von China

Christliche Familien kehren zurück nach Mosul

27.03.2018: Vatican News berichtet: Nachdem die Stadt Mosul und die Ninive-Ebene von den Kämpfern des IS befreit wurden, kehren immer mehr Christen in ihre Heimat zurück.
Bereits 4.000 geflüchtete christliche Familien sind in den letzten Monaten nach Mosul und in die Ninive-Ebene zurückgekehrt. Am 9. Dezember 2017 hatte der irakische Präsident Haider al Abadi die Befreiung des Gebiets von den Anhängern des sogenannten islamischen Staates (IS) proklamiert. Seit diesem Zeitpunkt kehren mehr und mehr Familien in ihre alte Heimat zurück, sagte Nawfal Hammadi, Gouverneur der Provinz Ninive am vergangenen Sonntag.

Hammadi stellte außerdem klar, dass die meisten dieser Flüchtlinge vor dem IS in der autonomen irakischen Region Kurdistan Zuflucht gefunden hatten.

Zwischen Juni und August 2014 hatte die Eroberung dieses Gebiets durch die Kämpfer des sogenannten IS die Christen aus der Region zur Flucht veranlasst. Hammadi zufolge wird der Zustrom der christlichen Rückkehrer in ihre eigenen Häuser noch einmal vermehrt zunehmen, wenn das aktuelle Schuljahr und das laufende akademische Jahr enden. Das sagte er gegenüber dem Fernsehersender PressTV auf Englisch. (fides – nv)

Türkei: Pastor als angeblicher CIA-Agent inhaftiert

China: Ab Februar noch mehr Religionskontrolle

China: Hauskirchen-Pastor wegen Mission im Gefängnis

Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats Mai“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den chinesischen Christen John Sanqiang Cao benannt. Seit 5. März vorigen Jahres befindet sich der prominente Pastor einer Hauskirche in Haft, zurzeit im Menglian Landesgefängnis. In diesem März verurteilte ihn ein Gericht als angeblichen Drahtzieher illegaler Grenzübertritte zu sieben Jahren hinter Gittern. Im Wa-Staat des an die chinesische Provinz Yunnan angrenzenden Myanmars hatte er Schulen aufgebaut, 50 chinesische Lehrkräfte dorthin vermittelt und die bedürftigen Kinder mit Schulmaterial versorgt. Für dieses sowie für das weitere herausragende soziale Engagement ist Cao, der mit einer US-Amerikanerin verheiratet ist, international bekannt. Zuletzt war er unter ständiger staatlicher Beobachtung, verheimlichte jedoch nichts, sondern bemühte sich vielmehr um staatliche Anerkennung seiner Initiativen. Ein weiterer chinesischer Christ, der mit Cao zusammen verhaftet wurde, ist inzwischen wieder frei. Beobachter befürchten, dass die kommunistische Führung an dem 58-jährigen Hauskirchenpastor ein Exempel statuieren möchte, um möglichst viele Christen in China einschüchtern zu können.

Bitte, appellieren Sie an den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping und bitten um sofortige Freilassung des Inhaftierten. Die Appelladresse lautet: Seine Exzellenz Staatspräsident Xi Jinping, via Botschaft der VR China, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin. Sie können dazu den >>>vorbereiteten Muster-Appellbrief herunterladen und ausdrucken. Er ist lediglich mit Absender, Datum und Unterschrift zu versehen. Herzlichen Dank für die Unterstützung!

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Eritrea: Pastor seit zwölf Jahren hinter Gittern

Als Gefangenen des Monats Mai haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den in Eritrea inhaftierten Pfarrer Ogbamichael Teklehaimanot benannt. Teklehaimanot ist Hauptpastor der Kirche Kale Hiwot (Wort des Lebens) und einer der Langzeitgefangenen des ostafrikanischen Landes. Seine 1974 gegründete Kirche steht den Baptisten nahe und zählt damit zu den religiösen Minderheiten. Die Regierung Eritreas verfolgt alle Bürger, die andere Religionen bzw. Konfessionen praktizieren als die vier staatlich anerkannten. Anerkannt sind lediglich der sunnitische Islam sowie die eritreisch orthodoxe, die römisch katholische und die lutherische Kirche.
Die Polizei verhaftete Ogbamichael Teklehaimanot am 9. Januar 2005 in Barentu, der Hauptstadt der Provinz Gash-Barka im Westen Eritreas: Er hatte einen Traugottesdienst geleitet, obwohl seine protestantische Kirche nicht staatlich anerkannt ist. Die Polizei brachte ihn zunächst in die Landeshauptstadt Asamara und dann in das Militärlager Sawa im Nordwesten des Landes. Er verbrachte die ersten zehn Monate in Einzelhaft und musste dann schwerste Zwangsarbeit leisten. Erst im Jahr 2011 kam er vorübergehend frei. Bereits ein halbes Jahr später verhaftete ihn die Polizei erneut. Ein Gemeindemitglied, das von den Behörden überwacht wurde, war ins Ausland geflohen und hatte den Pastor angerufen. Was dem Pastor konkret vorgeworfen wird, ist nicht bekannt. Er wird gegenwärtig im Gefängnis von Barentu gefangen gehalten.
Eritrea wird seit seiner Unabhängigkeit von Äthiopien im Jahr 1993 von Isayas Afewerki regiert. Er war Generalsekretär der marxistischen Eritreischen Volksbefreiungsfront, die sich ausschließlich aus christlichen Ethnien rekrutierte. Afewerki herrscht als Staatspräsident und Regierungschef diktatorisch über das knapp sechs Millionen Einwohner zählende Land am Roten Meer. 

Bitte, appellieren Sie an Seine Exzellenz, Staatspräsident Isayas Afewerki via Botschaft des Staates Eritrea, Stavangerstraße 18, 10439 Berlin, Fax 030 44674621

Für den Appell können Sie den >>>vorbereiteten Musterbrief verwenden – entweder als Vorlage, oder unverändert. Er ist um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen. 

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Nordkorea: Keine Anzeichen für einen Wandel

IGFM-Interview mit dem Nordkoreaner Kim Young-Il

Bei einem Besuch in Frankfurt am Main berichtete der ehemalige Nordkoreaner über seine lebensgefährliche Flucht aus seiner Heimat. Mit Michaela Koller, IGFM-Referentin für Religionsfreiheit, sprach er über die in seiner Heimat erlebte Hungersnot, sowie über seine Erkenntnisse zu Gefangenenlagern und zu der Situation der wegen ihres Glaubens Verfolgten >>>Download Artikel aus dem PUR-Magazin

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Appellbitte für drei iranische Christen

Frankfurt am Main. Zu „Gefangenen des Monats November“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea die iranischen Christen Amin Nader Afshar, Hadi Askary und Amir Sina Dasht benannt, die im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten werden. In der Stadt Firuzkuh, 150 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Teheran, saßen sie zusammen mit ihren Frauen, zwei weiteren Christen und deren Ehefrauen, am Mittag des 26. August beim Anglerpicknick. Sicherheitskräfte, die dem Geheimdienstministerium unterstellt sind, tauchten dort unerwartet auf und führten die Männer ab, die alle Mitglieder einer iranischen Hauskirche sind. Für die Festnahme gab es keine Grundlage. Amin Nader Afshar kam bereits Weihnachten 2014 hinter Gittern und erst im Februar darauf wieder frei. Die Behörden warfen ihm Mission, Bibelverbreitung und illegale Hauskirchenaktivitäten vor. Am 10. Oktober wurden zwei der Mitgefangenen gegen Zahlung von mehr als 30.000 Euro Kaution freigelassen, Mohamad Dehnay und Ramiel Bet Tamraz, dessen Vater Victor 2014 mit Amin Nader zusammen inhaftiert worden und schließlich wieder freigekommen war. Hadi Askary und Amir Sina Dashti, wurde bereits eine Entlassung gegen Kaution in Aussicht gestellt. – Bitte appellieren Sie an den Staatspräsidenten der Islamischen Republik Iran und bitten um sofortige Freilassung. Die Appelladresse: Seine Exzellenz Präsident Hassan Ruhani via Botschaft der Islamischen Republik Iran, Podbielskiallee 67, 14195 Berlin, Fax 030 84353535. Sie können auch den >>>Muster-Appellbrief herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist. Danke für Ihre Unterstützung!

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Appellbitte für den algerischen Christen Slimane Bouhafs

Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats September“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den christlichen Slimane BouhafsKonvertiten Slimane Bouhafs aus Algerien benannt, der seit 31. Juli hinter Gittern sitzt. Sie rufen dazu auf, für ihn einzutreten und zu beten. Am 7. August verurteilte ihn ein Gericht in Setif in der Kabylei wegen Blasphemie zur Höchststrafe von fünf Jahren Gefängnis. „Mohammed weint, weil er in der Kabylei und in ganz Algerien schon verloren hat. Seine Lüge verschwindet in Algerien, weil das Licht Christi da ist, der Frieden und die Wahrheit ist, der wahre Weg“, schrieb er am 21. Juni auf seiner Facebook-Seite, was viermal von anderen Nutzern des sozialen Netzwerks geteilt wurde.
Auf Facebook war der 49-Jährige, der sich im Jahr 2006 taufen ließ, auch regelmäßig für Demokratie und Religionsfreiheit eingetreten. Bouhafs leidet unter entzündlichem Rheuma und seine Familie befürchtet daher, dass sich sein Gesundheitszustand unter den Bedingungen der Haft ernsthaft verschlechtern könnte.

Bitte appellieren Sie an den algerischen Präsidenten Abd al-Aziz Bouteflika, den Christen Bouhafs umgehend freizulassen. Dessen Verurteilung widerspreche der in der Verfassung garantierten Gewissens- und Glaubensfreiheit. Die Appelladresse lautet: An den Präsidenten der Demokratischen Volksrepublik Algerien, Seine Exzellenz Abd al-Aziz Bouteflika, via algerische Botschaft, Görschstr. 45, 13187 Berlin, Fax: 030 48098716.

Sie können dafür auch den vorbereitete Musterbrief verwenden, der hier zum ⇒Download zur Verfügung steht. Er ist lediglich um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen und für den Versand im Fensterumschlag konzipiert (Porto 70 ct)

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Appellbitte für drei im Iran inhaftierte Christen

Drei Christen aus Aserbaidschan werden im Iran an einem unbekannten Ort festgehalten. Es handelt sich um Pastor Eldar Gurbanov, zuständig für Jugend und Mission, Yusif Farhadov und Bahram Nasibov von der Kirche „Wort des Lebens“. Sie wurden am 24. Juni in Teheran verhaftet, als sie an einer Verlobungsfeier teilnahmen. Sicherheitskräfte unterbrachen die Feier und nahmen insgesamt rund zehn Personen fest; die meisten von ihnen wurden bald wieder freigelassen. Die drei Aserbaidschaner sitzen nun in Einzelhaft. Bislang durfte sie noch kein Vertreter ihrer Botschaft besuchen. Auch ist noch immer nicht bekannt, welche Vorwürfe zur Festnahme geführt haben. – Die islamische Republik Iran hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert, der auch Religionsfreiheit garantiert. – Ihren Appell richten Sie bitte an den Präsidenten der Islamischen Republik Iran, Seine Exzellenz Hassan Ruhani, via Botschaft des Iran, Podbielskiallee 67,14195 Berlin, Fax-Nr. 030 84353535.

⇒Download Muster-Appellbrief

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Wie geht es den Christen in Nordkorea?

Ein Interview mit Hartmut Koschyk, MdB

Der CSU-Bundestagsabgeordnete, Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten sowie Vorsitzende der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe Hartmut Koschyk gilt als ausgewiesener Kenner Nordkoreas. Viele Reisen führten ihn bereits in das verschlossene Land. Koschyk liegt das Recht auf freie Ausübung der Religion sehr am Herzen – dies macht er bei seinen vielen internationalen Reisen immer wieder deutlich. Das Interview führten Vertreter des IGFM-Arbeitskreises Religionsfreiheit Weltweit.

Sie waren mehrfach in Nordkorea. Konnten Sie den Menschen direkt begegnen?

Bei Besuchen in Nordkorea werde ich natürlich immer von Funktionären des nordkoreanischen Regimes begleitet und im Vorfeld der Besuche wird auch stets ein festes Reiseprogramm mit der nordkoreanischen Seite abgestimmt. Insofern ist ein wirklich offenes Gespräch mit Menschen, denen ich begegne, meist nicht möglich.

Auch sind nur Besuche der unter strikter staatlicher Kontrolle stehenden Kirchengemeinden möglich. Allerdings gibt es rund 30.000 nordkoreanische Flüchtlinge in Südkorea, darunter zahlreiche Christen, die in Nordkorea verfolgt wurden. Bei meinen regelmäßigen Gesprächen mit nordkoreanischen Flüchtlingen in Südkorea versuche ich mir aus erster Hand ein Bild über Repressalien und Verfolgung von Christen in Nordkorea zu machen. Auch führe ich in Südkorea in allen Fällen auch Gespräche mit Vertretern der beiden christlichen Kirchen, um mich über deren Einschätzung der Lage der Christen in Nordkorea zu informieren.

Hat sich in diesem Staat zwischen Ihren Besuchen etwas verändert?

Wenn man von einer zu erkennenden leichten wirtschaftlichen Entwicklung einmal absieht, hat sich in Nordkorea in den vergangenen Jahren wenig bewegt. Der Machtanspruch von Kim Jong-un und des ihn tragenden Regimes wird nicht in Frage gestellt, Regimekritiker werden unverändert verfolgt und Religionsfreiheit und Menschenrechte weiterhin missachtet. In all den Jahren, in denen ich mich nun mit der Situation auf der koreanischen Halbinsel beschäftige, muss ich zudem leider feststellen, dass nach Phasen einer Annäherung und der Öffnung in allen Fällen auch wieder eine Phase der Verhärtung eingetreten ist. Grund hierfür ist, dass es innerhalb der nordkoreanischen Führung Strömungen gibt, die eine Annäherung und eine Öffnung des Landes befürworten bzw. kategorisch ablehnen.

Es gab Anlass zur Hoffnung, dass es den beiden koreanischen Staaten im Sommer vergangenen Jahres gelungen ist, in einer Phase der Eskalation zu einer Vereinbarung zu kommen, die ich sehr bemerkenswert empfand: Eine Quasi-Entschuldigung Nordkoreas für die im Grenzgebiet verlegten Minen einerseits und andererseits die Bereitschaft Südkoreas auf die Beschallung durch Lautsprecher an der innerkoreanischen Grenze zu verzichten. Auch wurde die Wiederaufnahme des Dialogs und erneute Treffen getrennter Familien vereinbart. Alle führenden Persönlichkeiten, alle Machtzentren Nordkoreas, Kim Jong-un, das Militär, aber auch die Partei haben diese Vereinbarung mit Südkorea begrüßt. Es sah danach aus, dass wieder etwas Bewegung in die verhärteten Fronten kommt. Leider hat der nordkoreanische Nukleartest und die darauf folgenden Raketenstarts seit Jahresbeginn die positiven Entwicklungen des vergangenen Jahres zunichte gemacht.

Sehen Sie Chancen auf Öffnung des Landes bezüglich der Religionsfreiheit und der Menschenrechte im Allgemeinen?

Auch unter dem Machthaber Kim Jong-un hat sich die Situation nicht geändert. Die Menschenrechtslage in Nordkorea bleibt unverändert besorgniserregend, umso mehr, da nach den verhängten UN-Resolutionen Nordkorea jeglichen Menschenrechtsdialog abgebrochen hat.

Momentan sind drei westliche Gefangene in Nordkorea bekannt. Einer davon ist der koreanisch-stämmige Pastor Hyeon Soo Lim. Gab es bei Ihren Besuchen Gelegenheit, das Schicksal dieser Gefangenen zu thematisieren?

Ich habe bei meinen zahlreichen Reisen nach Nordkorea meinen nordkoreanischen Gesprächspartnern immer verdeutlicht, dass der Ausbau von bilateralen Beziehungen untrennbar mit der Wahrung der Menschenrechte und dem Recht auf freie Religionsausübung verbunden ist. Dies schließt alle Menschen in Nordkorea ein, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden, darunter auch den koreanisch-stämmigen Pastor Hyeon Soo Lim.

Im Jahr 2001 wurden auf Bitten der Republik Korea zur Unterstützung der „Sonnenscheinpolitik“ des damaligen Präsidenten der Republik Korea und späteren Friedensnobelpreisträgers, Kim Dae-jung, offizielle Beziehungen zwischen Deutschland und der Demokratischen Volksrepublik Korea aufgenommen. Nach der dabei getroffenen Vereinbarung sollen die diplomatischen Beziehungen zur Sicherung der Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen, zu Fortschritten im innerkoreanischen Dialog sowie zur Verbesserung der Menschenrechtslage in Nordkorea beitragen. So haben sich die Regierung der Bundesrepublik Deutschland und die Regierung der Demokratischen Volksrepublik Korea anlässlich des Notenwechsels vom 1. März 2001 zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Staaten in Artikel 6 darauf verständigt: „Beide Seiten wollen einen Dialog über die Menschenrechtsfrage führen“. Besagter Notenwechsel ist Grundlage für alle Gespräche der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe, der ich als Vorsitzender vorstehe, und des Ausschusses für Menschenrechte des Deutschen Bundestages mit der nordkoreanischen Seite.

Die VR China gilt noch immer als der „Große Bruder“ oder zumindest Beschützer Nordkoreas. Wie bewerten Sie diesen Einfluss?

Erkennbar geht die VR China zunehmend auf Distanz zu Nordkorea, gerade auch aufgrund der Tatsache, dass der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un zunehmend unberechenbare Entscheidungen trifft, die auf eine strikte Ablehnung der chinesischen Seite stoßen.

Der Nukleartest war ein Schlag ins Gesicht für die chinesische Seite und die Tatsache, dass neben Russland auch China den bislang schärfsten Sanktionen gegen Nordkorea im UN-Sicherheitsrat zugestimmt hat, ist ein Indiz, dass selbst Peking Nordkoreas aggressiven Kurs nicht länger duldet. Der bisherige Hauptverbündete, die VR China, verweigert erkennbar immer mehr seine Rückendeckung, beteiligt sich aus globalstrategischen Überlegungen an den internationalen Sanktionen und stoppte Anfang März erstmals Rohstoffexporte an seiner Grenze zu Nordkorea.

Nach der Zustimmung der VR China zu den schärfsten Sanktionen, die der UN-Sicherheitsrat gegen Nordkorea verhängt hat, sollten die USA die Regierung in Peking nunmehr dabei unterstützen, im Schulterschluss mit Russland, Japan und Südkorea die Sechs-Parteien-Gespräche wiederzubeleben. Nur eine enge Zusammenarbeit zwischen den USA und der VR China könnte hierfür die notwendigen Voraussetzungen schaffen.

Während Ihrer Reisen haben Sie auch mehrfach Gottesdienste in den staatlich überwachten Kirchen besucht. Können Sie Ihre Eindrücke in einem solchen Gottesdienst beschreiben?

Selbst wenn die Arbeit der Kirchen in Nordkorea stark reglementiert ist, darf man dennoch nicht die spirituelle Kraft der Kirchen unterschätzen. Bei meinen Besuchen in Pjöngjang habe ich stets auch die unter strikter staatlicher Kontrolle stehenden christlichen Gemeinden (zwei evangelische Gemeinden und eine katholische Gemeinde) besucht. Zuletzt besuchte die Delegation der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe am 25. Oktober 2015 in Pjöngjang einen Gottesdienst in der katholischen Jangchung-Kirche und in der evangelischen Pongsu-Kirche. Bedenkt man, dass bei Gesprächen mit Gemeindemitgliedern immer auch Personen anwesend sind, die hierüber die staatlichen Stellen genauestens informieren, sind offene Gespräche aus Angst vor Repressalien kaum vorstellbar.

Der Gottesdienst in der katholischen Jangchung-Kirche war wie der evangelische Gottesdienst in der Pongsu-Kirche geprägt von innerkoreanischen Begegnungen. An dem katholischen Gottesdienst in der Jangchung-Kirche haben seit sieben Jahren erstmals wieder zwölf katholische Priester aus Südkorea teilgenommen, um gemeinsam den Gottesdienst zu feiern. Am evangelischen Gottesdienst in der Pongsu-Kirche nahmen Mitglieder des Ökumenischen Forums des Weltkirchenrates für Frieden, Wiedervereinigung und Entwicklungszusammenarbeit auf der koreanischen Halbinsel teil.

Die Teilnahme der südkoreanischen Priester am Gottesdienst in der katholischen Jangchung-Kirche und die Teilnahme der Mitglieder des Ökumenischen Forums des Weltkirchenrates für Frieden, Wiedervereinigung und Entwicklungszusammenarbeit auf der koreanischen Halbinsel, darunter auch Vertreter der Evangelischen Kirchen Nord- und Südkoreas sowie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Gottesdienst in der evangelischen Pongsu-Kirche verdeutlichten eindrucksvoll, welch nachhaltige Impulse für eine innerkoreanische Annäherung von den beiden christlichen Kirchen auszugehen vermögen.

Gleichzeitig boten beide Gottesdienste der nordkoreanischen Führung aber selbstverständlich auch eine willkommene Möglichkeit öffentlichkeitswirksam eine Christenverfolgung in Nordkorea in Frage zu stellen und zu zeigen, dass man auch bereit ist, in einen Menschenrechtsdialog einzutreten.

Am Gottesdienst in der evangelischen Pongsu-Kirche nahmen übrigens auch der internationale Direktor des Weltkirchenrates, Peter Prove, der Generalsekretär des Kirchenrats der Evangelischen Kirchen Südkoreas, Kim Young-Ju, der ehemalige Sonderbotschafter für Menschenrechtsfragen in Nordkorea der südkoreanischen Regierung unter Präsident Kim Dae-Jung, Prof. Park Kyung-Seo, der ehemalige südkoreanische Ministerpräsident Goh Kun sowie der Geschäftsführer der Deutschen Ostasienmission und Ostasienreferent des Evangelischen Missionswerks in Deutschland, Lutz Drescher, der die EKD in genanntem Ökumenischen Forum vertritt, teil.

Ist der Status traditioneller Religionsgemeinschaften mit dem der Christen vergleichbar, oder steht für die Buddhisten und Anhänger des Konfuzianismus ein größerer Spielraum zur Verfügung, wie wir etwa in Laos beobachten, wo dem Buddhismus eine Sonderstellung eingeräumt wurde?

Christen und andere Religionsgemeinschaften gelten in Nordkorea als gefährliche politische Feinde, insbesondere auch weil sie die gottgleiche Verehrung von Staatsgründer Kim Il Sung sowie dessen 2011 verstorbenem Sohn Kim Jong Il ablehnen. Ihren Glauben können die Christen in Nordkorea nur heimlich leben.

Verfügt die russisch-orthodoxe Kirche über bessere Bedingungen?

Die russisch-orthodoxe Kirche unterliegt der gleichen strengen Reglementierung durch die staatlichen Stellen und ist wie die anderen christlichen Kirchen Repressalien ausgesetzt. Aufgrund der Tatsache, dass weniger Menschen der russisch-orthodoxen Kirche angehören, wird sie allerdings vom nordkoreanischen Regime wohl weniger als Bedrohung angesehen.

Ist der Personenkult um Kim Jong-un und seiner Dynastie noch allgegenwärtig?

Der Personenkult um Kim Jong-un und seiner Dynastie ist für die Legitimation des Regimes von entscheidender Bedeutung. Obwohl der Personenkult in den nordkoreanischen Medien und der Gesellschaft allgegenwärtig scheint, bin ich dennoch der festen Überzeugung, dass wie zu Zeiten des Stalinismus in der Sowjetunion es auch in Nordkorea nicht gelungen ist, eine kritische Reflektion über Kim Jong-un und das ihn tragende Regime auszulöschen. Dies umso mehr in der jetzigen Situation, da Kim Jong-un 2011 mit der Marschrichtung angetreten war, den Lebensstandard der Bevölkerung Nordkoreas deutlich zu verbessern – aber das Gegenteil ist der Fall, denn Nordkorea bewegt sich unaufhaltsam in die wirtschaftliche Isolation.

Was empfehlen Sie einer Privatperson, die sich für Religionsfreiheit und Menschenrechte in Nordkorea einsetzen möchte?

Es ist von größter Bedeutung, dass die Missachtung der Religionsfreiheit und der Menschenrechte in Nordkorea im Blickfeld der öffentlichen Wahrnehmung bleibt. Hierzu tragen nachhaltig auch unzählige Nichtregierungsorganisationen, bei denen sich Privatpersonen engagieren können, weltweit bei.

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Appellbitte für zwei sudanesische Pastoren

Frankfurt am Main. Der 36-jährige Pastor Telahoon Nogosi Kassa Rata ist seit dem 13. Dezember vorigen Jahres inhaftiert. Mitarbeiter des sudanesischen Geheimdienstes NISS (National Intelligence and Security Service) suchten den Leiter der Evangelischen Kirche Khartum Nord am Tag davor vergeblich in seinem elterlichen Haus.

Nachdem er ihrer Ladung in ein Büro hinter dem Flughafen von Al-Mashtal gefolgt war, wurde er festgenommen. Am 18. Dezember durften ihn seine Eltern im Al-Kober-Gefängnis der sudanesischen Hauptstadt einmal besuchen. Mit einem Anwalt durfte er noch nicht sprechen. Informationen sickerten durch, denen zufolge gegen Rata wegen angeblicher Spionage ermittelt wird.

Ebenso im Dunkeln liegt der Verbleib von Pastor Hassan Abduraheem Kodi Taour von der Kirche Christi Sudan. Am 18. Dezember nahmen ihn Mitarbeiter des NISS in der Stadt Omdurman, westlich von Khartum, zusammen mit Pastor Kuwa Shamal, Leiter des Kirchenkomitees, fest; dieser kam aber nach drei Tagen wieder frei. Wie Rata sollte auch Taour längst einem Richter vorgeführt oder freigelassen werden. Im Sudan, dessen Regierung als extremistisch-islamisch einzuordnen ist, werden alle Christen verfolgt, insbesondere wenn sie aktiv sind. Ziel ist eine religiös homogene islamische Gesellschaft, geprägt durch eine islamische Rechtsordnung. Der Sudan hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte vom 16. Dezember 1966 am 18. März 1986 ratifiziert, dreißig Jahre nach seinem Beitritt zu den Vereinten Nationen. Damit gilt auch dort der Artikel 18 (1) der Allgemeinen Menschenrechtserklärung der UN: Jedermann hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit, verbunden mit Recht auf ungehinderte Ausübung seiner Religion, sowie mit dem Recht, die Religion zu wechseln.

Im Sudan steht trotz Ratifizierung des Paktes über bürgerliche und politische Rechte auf Abkehr vom Islam die Todesstrafe.

Die Appelladresse: His Excellency Omar Hassan Ahmad al-Bashir, via Botschaft der Republik Sudan, Kurfürstendamm 151, 10709 Berlin, Fax 030 89069823

Ein vorbereiteter Musterbrief* steht als >>>Download zur Verfügung. Er braucht nur um Absender, Datum und Unterschrift ergänzt und in einen Fenster-Briefumschlag gesteckt zu werden. Porto: 70 ct

*Es empfiehlt sich, den Appellbrief in englischer Sprache zu verwenden: >>>Download

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Myanmar: Diskriminierung der christlichen Volksgruppe

Frankfurt am Main. Etwa 51 Millionen Menschen leben in Myanmar, davon sind ungefähr 89 % Buddhisten; neben vielen anderen gibt es auch muslimische (5 %) und christliche Minderheiten (4 %). Sowohl die muslimischen Rohingya als auch die zu rund 90 Prozent christliche Volksgruppe der Kachin sind de-facto Bürger zweiter Klasse: sie werden in fast allen Bereichen des öffentlichen Lebens diskriminiert.

Im Norden Myanmars liegt das Gebiet der Kachin, etwa so groß wie Bayern. Hier bekämpfen sich seit Jahren Regierungstruppen und die „Kachin Independence Army“ (KIA). Seit 1948 strebt die KIA nach mehr Autonomie für ihre Region. Sie kämpft für einen eigenen Staat, doch die burmesische Armee geht mit großer Brutalität und massivem Einsatz von Waffen dagegen vor. Unter diesen Kämpfen leiden vor allem die Zivilisten. Gegenwärtig leben mehr als 100.000 ethnische Kachin in Binnenflüchtlingslagern, die wegen des 2011 im Norden des Landes ausgebrochenen Bürgerkriegs vertrieben worden sind. Weil die Kämpfe andauern, konnten die Geflohenen bislang nicht zurückkehren. Die Zustände in den Flüchtlingslagern sind menschenunwürdig.

Seit vielen Jahren führen Vertreter der Kachin und der Regierung Myanmars Friedensverhandlungen. Bisher wurden jedoch alle Waffenstillstände gebrochen, Kirchen und religiöse Gebäude im Gebiet zerstört. In Kachin herrscht ein ewiger Wechsel von Krieg und Frieden, Aufbau und Zerstörung. Der Wahlsieg der Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi lässt die vertriebenen Kachin auf mehr Freiheit und das Recht, ihren christlichen Glauben ausleben zu können, hoffen. Aung San Suu Kyi darf der Verfassung zufolge zwar nicht Präsidentin des Landes werden, doch wird sie die Regierung leiten, wenn das Parlament Anfang 2016 einen neuen Präsidenten wählt.

Ein Appellbrief in deutscher Sprache steht zum >>>Download bereit, zusätzlich in englischer Sprache (sollte vorzugsweise verwendet werden) >>>Download

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Iranischer Christ nach 5 Jahren Haft endlich entlassen

Frankfurt am Main. Der der iranische Konvertit und Vater von zwei Kindern, Farshid Fathi (*1980), konnte Weihnachten 2015 zu Hause feiern. – Im Rahmen einer Verhaftungswelle war er am 26. Dezember 2010 – zusammen mit 69 weiteren Christen – von der Polizei verhaftet worden. Die Behörden inhaftierten die Christen im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran. Fathis Inhaftierung und Verurteilung liegt ausschließlich seine Konversion vom Islam zum Christentum zugrunde. Lange Zeit standen die vage formulierten Anschuldigungen „Apostasie“ (Abfall vom Islam), „Evangelisation“ und „Gründung einer Untergrundgemeinde“ im Raum. Allein der Vorwurf der „Apostasie“ kann mit dem Tod bestraft werden. Farshid Fathi ist eines der vielen Opfer religiös motivierter Gewalt im Iran. Seine Festnahme indiziert das rigorose Vorgehen iranischer Behörden. Dies gilt insbesondere gegenüber Muslimen, die zum Christentum konvertieren.

Im April 2012 wurde er wegen „Handlungen gegen die nationale Sicherheit“ und „Kontakt zu ausländischen Organisationen“ zu 6 Jahren Haft verurteilt. Bis zu seiner Verlegung ins Rajaei-Shahr Gefängnis befand er sich im Teheraner Evin-Gefängnis. Ende 2014 verurteilte ihn ein Gericht zu einem weiteren Jahr Haft. Ein Jahr später gaben Vertreter der iranischen Justiz bekannt, dass Fathis Strafe um zwei Jahre gekürzt worden war; somit konnte Fathi am 21. Dezember 2015 entlassen werden. Die IGFM dankt allen Unterstützern für ihren Einsatz!
Die Abgeordneten Peter van Dalen MdEP (niederländische ChristenUnie) und Albert Stegemann MdB (CDU), setzten sich im Rahmen des IGFM-Patenschaftsprogramms für Fathi ein.

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Zu Asia Bibi…

Ihre Hilfe für Verfolgte und Bedrängte

Christen in Nordkorea nicht vergessen!

IS wütet auch in Indonesien

Lebensgefahr für abgelehnte konvertierte ausländische Christen

Freilassung!

Freilassung!

Nach versuchter Zwangskonvertierung…

Solidarität mit mit den koptischen und orientalischen Christen