Nahost: Bessere Politik zum Schutz der Christen gefordert

Die Hoffnung nicht aufgeben!

Appellbitte für drei iranische Christen

Frankfurt am Main. Zu „Gefangenen des Monats November“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea die iranischen Christen Amin Nader Afshar, Hadi Askary und Amir Sina Dasht benannt, die im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten werden. In der Stadt Firuzkuh, 150 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Teheran, saßen sie zusammen mit ihren Frauen, zwei weiteren Christen und deren Ehefrauen, am Mittag des 26. August beim Anglerpicknick. Sicherheitskräfte, die dem Geheimdienstministerium unterstellt sind, tauchten dort unerwartet auf und führten die Männer ab, die alle Mitglieder einer iranischen Hauskirche sind. Für die Festnahme gab es keine Grundlage. Amin Nader Afshar kam bereits Weihnachten 2014 hinter Gittern und erst im Februar darauf wieder frei. Die Behörden warfen ihm Mission, Bibelverbreitung und illegale Hauskirchenaktivitäten vor. Am 10. Oktober wurden zwei der Mitgefangenen gegen Zahlung von mehr als 30.000 Euro Kaution freigelassen, Mohamad Dehnay und Ramiel Bet Tamraz, dessen Vater Victor 2014 mit Amin Nader zusammen inhaftiert worden und schließlich wieder freigekommen war. Hadi Askary und Amir Sina Dashti, wurde bereits eine Entlassung gegen Kaution in Aussicht gestellt. – Bitte appellieren Sie an den Staatspräsidenten der Islamischen Republik Iran und bitten um sofortige Freilassung. Die Appelladresse: Seine Exzellenz Präsident Hassan Ruhani via Botschaft der Islamischen Republik Iran, Podbielskiallee 67, 14195 Berlin, Fax 030 84353535. Sie können auch den >>>Muster-Appellbrief herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist. Danke für Ihre Unterstützung!

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Asia Bibi: Noch kein Ende der Leidenszeit

Im Vorfeld des für den 13. Oktober 2016  angesetzten Anhörungsverfahrens vor dem obersten Gericht in Islamabad gab es die berechtigte Hoffnung auf einen Freispruch aus formalen Gründen. Die Christen in Pakistan und alle hier bei uns, die sich für Asia Bibi eingesetzt haben, fragen sich, wann das Leid der wegen Blasphemie zum Tode verurteilten Christin endlich ein Ende hat. Nach fast sieben Jahren hinter Gittern und zuletzt fünf Vertagungen vor dem Höchsten Gericht in Pakistans Hauptstadt Islamabad muss sie weiterhin befürchten, hingerichtet zu werden. Angehörige und Freunde leiden mit der fünffachen Mutter. Ihrem Mann stand die Enttäuschung nach der zweiminütigen Anhörung am Donnerstag ins Gesicht geschrieben.

Ein Vertreter der Britisch-Pakistanisch-Christlichen Vereinigung sagte gegenüber dem anglikanischen Infoportal Episcopal News Service: „Ich sah Ashiq Masih an und sah die Angst und die Wut in seinen Augen, als er das Gericht verließ, sichtbar erschüttert durch einen weiteren Aufschub in der überaus langen Causa von Asia Bibi.“ Ein neuer Termin wurde noch nicht bestimmt.

Der gesamte Prozess um die angebliche Herabwürdigung des Islam war von Drohungen, Protesten und massiver Gewalt durch Islamisten begleitet. Der Grund für den Aufschub ist die Befangenheit eines Richters. Er hatte dazu beigetragen, dass  der Mörder (Mumtaz Qadri) des am 4. Januar 2011 ermordeten Provinzgouverneurs von Punjab, Salman Taseer gehängt wurde. Beobachter fragten sich, warum diese Besetzung nicht von vornherein vermieden worden ist. „Das ist ein grober Verstoß gegen ein faires Verfahren. Hier gilt das Prinzip, wonach aufgeschobene Gerechtigkeit die Verweigerung derselben bedeutet. Das ist nicht akzeptabel“, kritisierte Katherine Sapna von der pakistanischen Menschenrechtsorganisation Christian True Spirit.

Qadri war Taseers Leibwächter, erschoss ihn aber, nachdem der Politiker Asia Bibi im Sheikhupura Gefängnis der Hauptstadt besucht und ihr versichert hatte, sich bei seinem Freund, dem damaligen pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari, für ihre Begnadigung einzusetzen. Mehr als 500 Islamgelehrte priesen Qadris Tat und verehren ihn als Helden der Scharia. Die Hinrichtung löste eine Serie von Protesten aus. Ein anderer Richter, vor dem sich Qadri verantworten musste, Pervez Ali Shah, war gezwungen, samt Familie nach Saudi Arabien zu fliehen, um einem Attentat zu entgehen.

Zwei mit der Causa verbundene Attentate als Bilanz zeigen, dass Bibi längst schon zum Symbol für den Kampf um den Einfluss der Scharia im Land steht, der seit dem Regime General Zia ul-Haqs (1977 bis 1988) beständig zunimmt. Asia Bibi sitzt seit dem 19. Juni 2009 in Haft und wurde erstinstanzlich im November 2010 zum Tode verurteilt. Wenn der Oberste Gerichtshof in der Berufung das Todesurteil bestätigt, besteht die letzte Hoffnung Asia Bibis in einem Gnadengesuch an den pakistanischen Präsidenten. Ein Gnadenakt könnte das ganze Land in Aufruhr versetzen, wie Beobachter befürchten, denn die Stimmungsmache islamistischer Kreise nimmt zu. Muslimische Frauen hatten Asia Bibi nach einem Streit der Verunglimpfung Mohammeds beschuldigt. Sie hatten sich darüber aufgeregt, dass sie als Christin aus derselben Wasserschale getrunken hatte.

Islamische Führer, vor allem in der Roten Moschee, einer einflussreichen islamistischen Hochburg im Herzen der Hauptstadt, hatten zu landesweiten Protesten im Fall ihrer Freilassung aufgerufen. In allen größeren Städten verbreiteten Islamisten Drohungen gegen Unterstützer der Christin. Das berichtet Joseph Francis, Direktor der christlichen Rechtshilfe-Organisation CLAAS, der Prozessbeobachter ist. „Die radikalislamische Gruppe Sunni Tehreek hat eine Stellungnahme verbreitet, in der sie die Regierung auffordert, Asia Bibi zu hängen sowie alle anderen auf der Grundlage der Blasphemiegsetze Gefangenen. Sie tun darin kund, dass alle Anwälte oder Personen, die Asia Bibi verteidigen oder unterstützen, getötet werden“, sagte Francis weiter. Dieser Gruppe gehören rund 150 Islamgelehrte an, die das Gericht unter Druck setzen, Bibi an den Galgen zu bringen. Nach Einschätzung von CLAAS besteht die Gefahr, dass solche Gruppen nach einer Freilassung große Proteste in Pakistan initiieren sowie das Eigentum und das Leben der Christen in Gefahr bringen könnten. Es sei sehr wichtig, dass die Regierung diese Angelegenheit ernst nimmt und vor der Revisionsverhandlung Sicherheitsmaßnahmen ergreift, nicht nur in Islamabad, sondern im ganzen Land und besonders in der Provinz Punjab, wo Bibi herkommt. 

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Appellbitte für den pakistanischen Christen Nabeel Masih

Christlicher Teenager wegen angeblicher Blasphemie in Haft – Familie und Nachbarn von Fanatikern bedroht

Als „Gefangenen des Monats Oktober“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) den 16-jährigen pakistanischen Christen Nabeel Masih benannt. Sie rufen auf, für ihn einzutreten und zu beten. Masih, dessen Mutter schon verstorben ist, sitzt seit dem 18. September unter Blasphemieverdacht im Gefängnis. Ihm drohen zehn Jahre oder sogar lebenslange Haft. Es verbreitete sich im Dorf des Fabrikarbeiters die Nachricht, er habe ein manipuliertes Bild von der heiligsten Stätte der Muslime, der Kaaba in Mekka, auf Facebook geteilt. Wie die IGFM erfuhr, soll die Bildbearbeitung auf seinen muslimischen Facebook-Freund Akhtar Ali herabwürdigend gewirkt haben; dieser erstattete Anzeige. Möglicherweise ist Nabeel aber in eine Falle getappt. Ein Pastor, der auch Arzt im Dorf ist und den Beschuldigten seit dessen Kindheit kennt, versicherte, dass Nabeel vernünftiger auf ihn wirke als viele Gleichaltrige und er bislang stets die religiösen Gefühle anderer respektiert habe. Um nicht gelyncht zu werden, mussten sich nun der Vater und die fünf Geschwister verstecken. Sogar die Nachbarn brauchen nun Polizeischutz. – Das Blasphemiegesetz in Pakistan wird immer wieder dazu mißbraucht, gegen Angehörige religiöser Minderheiten vorzugehen, vor allem gegen Christen. – Appellieren Sie an den pakistanischen Präsidenten Mamnoon Hussain über die pakistanische Botschaft in Berlin. Bitten Sie ihn, sich für die umgehende, bedingungslose Freilassung einzusetzen. Hierzu können sie auch den vorbereiteten Musterbrief herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist. Er kann in einem Fensterbriefumschlag versandt werden. Porto: 70 ct. – Fax-Nr. der Botschaft: 030 21244210.

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Appellbitte für den algerischen Christen Slimane Bouhafs

Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats September“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den christlichen Slimane BouhafsKonvertiten Slimane Bouhafs aus Algerien benannt, der seit 31. Juli hinter Gittern sitzt. Sie rufen dazu auf, für ihn einzutreten und zu beten. Am 7. August verurteilte ihn ein Gericht in Setif in der Kabylei wegen Blasphemie zur Höchststrafe von fünf Jahren Gefängnis. „Mohammed weint, weil er in der Kabylei und in ganz Algerien schon verloren hat. Seine Lüge verschwindet in Algerien, weil das Licht Christi da ist, der Frieden und die Wahrheit ist, der wahre Weg“, schrieb er am 21. Juni auf seiner Facebook-Seite, was viermal von anderen Nutzern des sozialen Netzwerks geteilt wurde.
Auf Facebook war der 49-Jährige, der sich im Jahr 2006 taufen ließ, auch regelmäßig für Demokratie und Religionsfreiheit eingetreten. Bouhafs leidet unter entzündlichem Rheuma und seine Familie befürchtet daher, dass sich sein Gesundheitszustand unter den Bedingungen der Haft ernsthaft verschlechtern könnte.

Bitte appellieren Sie an den algerischen Präsidenten Abd al-Aziz Bouteflika, den Christen Bouhafs umgehend freizulassen. Dessen Verurteilung widerspreche der in der Verfassung garantierten Gewissens- und Glaubensfreiheit. Die Appelladresse lautet: An den Präsidenten der Demokratischen Volksrepublik Algerien, Seine Exzellenz Abd al-Aziz Bouteflika, via algerische Botschaft, Görschstr. 45, 13187 Berlin, Fax: 030 48098716.

Sie können dafür auch den vorbereitete Musterbrief verwenden, der hier zum ⇒Download zur Verfügung steht. Er ist lediglich um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen und für den Versand im Fensterumschlag konzipiert (Porto 70 ct)

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Christenverfolgung: ZDF-Fernsehgottesdienst am 14. August 2016

Schwäbisch Gmünd (idea) – Mit dem Thema „Christenverfolgung“ beschäftigt sich ein ZDF-Fernsehgottesdienst am 14. August. Er wird von 9.30 bis 10.15 Uhr aus dem Christlichen Gästezentrum „Schönblick“, einer Einrichtung des Gemeinschaftsverbandes „Die Apis“, in Schwäbisch Gmünd übertragen. Dabei wird der Vorsitzende der Deutschen NazarenersymbolEvangelischen Allianz und Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Michael Diener (Kassel), in der Predigt aufzeigen, inwiefern der Glaube verfolgter Christen zum Vorbild werden kann. Bei dem Freiluftgottesdienst wird auch ein Christ aus dem Iran, der aus Sicherheitsgründen jedoch unerkannt bleiben muss, von seinem Schicksal berichten. Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst vom Jazzpianisten Stefan Bamberger (Schwäbisch Gmünd) und seinem Ensemble. Die Liturgie übernehmen Direktor Martin Scheuermann und Monika Mürdter von der Schönblick-Gemeinde. Seit 1986 überträgt der Sender wöchentlich im Wechsel katholische und evangelische Sonntagsgottesdienste. Die Produktionskosten und die rundfunkrechtliche Verantwortung übernimmt das ZDF.

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Appellbitte für drei im Iran inhaftierte Christen

Drei Christen aus Aserbaidschan werden im Iran an einem unbekannten Ort festgehalten. Es handelt sich um Pastor Eldar Gurbanov, zuständig für Jugend und Mission, Yusif Farhadov und Bahram Nasibov von der Kirche „Wort des Lebens“. Sie wurden am 24. Juni in Teheran verhaftet, als sie an einer Verlobungsfeier teilnahmen. Sicherheitskräfte unterbrachen die Feier und nahmen insgesamt rund zehn Personen fest; die meisten von ihnen wurden bald wieder freigelassen. Die drei Aserbaidschaner sitzen nun in Einzelhaft. Bislang durfte sie noch kein Vertreter ihrer Botschaft besuchen. Auch ist noch immer nicht bekannt, welche Vorwürfe zur Festnahme geführt haben. – Die islamische Republik Iran hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert, der auch Religionsfreiheit garantiert. – Ihren Appell richten Sie bitte an den Präsidenten der Islamischen Republik Iran, Seine Exzellenz Hassan Ruhani, via Botschaft des Iran, Podbielskiallee 67,14195 Berlin, Fax-Nr. 030 84353535.

⇒Download Muster-Appellbrief

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China: Appellbitte für zwei katholische Priester

Frankfurt am Main. Die IGFM bittet, sich im Juli besonders für die Freilassung der in China inhaftierten katholischen Priester Quan Xiaoyun (41) und Cao Jianyou (43) einzusetzen und deren sofortige Freilassung zu fordern. Die beiden Geistlichen kommen aus der Stadt Mudanjiang in der nordöstlichsten Provinz Heilongjiang. Am 22. März vorigen Jahres drangen Polizisten in eine Privatwohnung ein, in der die Priester der sogenannten Untergrundkirche gerade einen Gottesdienst feierten. Die Sicherheitskräfte führten die beiden so eilig ab, dass einer der Festgenommenen sogar seinen Mantel zurücklassen musste. In der Folge wurden sie lange verhört und schließlich „illegaler religiöser Aktivitäten und nicht registrierter religiöser Verehrung“ beschuldigt. Noch immer werden sie an unbekanntem Ort festgehalten. Auch eine Annäherung zwischen Peking und dem Vatikan, die sich durch regelmäßigere Dialogtreffen seit Ende vorigen Jahres abzeichnet, führten bislang nicht zur Freilassung dieser Priester.  Ihren Appell richten Sie bitte an den Staatspräsidenten Xi Jinping, Via Botschaft der VR China, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin; Fax: 030-27588 221. Sie können dazu den fertigen Musterbrief herunterladen, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen ist. Sie können ihn per Fax oder Brief an die Botschaft in Berlin senden (70 ct).

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Die drei iranischen Christen sind frei!

Frankfurt a.M. Die iranischen Gefangenen Yasser Mossayebzadeh, Saheb Fadaie und Mohammedreza Omidi (siehe unsere Appellbitte vom 30. Mai 2016), sind wieder auf freiem Fuß. Ihnen war es möglich, die enorm hohe Kaution aufzubringen, die für jeden umgerechnet knapp 30.000 Euro bedeutete. Wie eine zuverlässige Quelle berichtet, durfte Mohammedreza Omidi als letzter der drei Anhänger der Hauskirche „Kirche des Iran“ am 7. Juni das Lakan Gefängnis in der Stadt Rascht am Kaspischen Meer verlassen, die beiden anderen bereits einige Tage zuvor. Die Behörden zögerten bei ihm zunächst, die Freilassung auf Kaution anzubieten. Was diese den drei Christen genau vorwerfen, ist bislang noch unklar. Zur Erinnerung: Yasser Mossayebzadeh war am 13. Mai im Haus von Pastor Nadarkhani mit diesem und dessen Frau Tina zusammen festgenommen worden. Die Eheleute kamen bald wieder auf freien Fuß. Die anderen Beiden, Omidi und Fadaie, hatten die Sicherheitsbehörden zu sich geladen und in der Folge eingesperrt.

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Appellbitte für drei iranische Christen

Frankfurt am Main. Aus unbekannten Gründen wurden im Iran die Christen Yasser Mossayebzadeh, Saheb Fadaie sowie Mohammadreza Omidi festgenommen. Sie befinden sich im Lakan-Gefängnis in der Stadt Rascht am Kaspischen Meer. Bislang haben sich die Behörden nicht dazu geäußert, was diesen Christen vorgeworfen wird. Sie haben nur die Möglichkeit einer Freilassung gegen Kaution in Höhe von umgerechnet 30.000 Euro in Aussicht gestellt, ein Betrag, der für die drei Häftlinge unerschwinglich ist. Von Yasser Mossayebzadeh ist bekannt, dass er – wie die anderen beiden – verheiratet ist. Fadaie ist Vater einer achtjährigen Tochter, Omidi hat zwei Töchter im Alter von 13 und 15 Jahren.

Anmerkung: Yasser Mossayebzadeh war am 13. Mai im Haus von Pastor Nadarkhani zusammen mit diesem und dessen Frau Tina festgenommen worden. Die Eheleute sind – wie berichtet wurde – wieder auf freiem Fuß.

Der Fall Nadarkhani wurde durch die zeitweilige Anklage wegen Apostasie weltweit bekannt. Er war mit einigen Monaten Unterbrechung bereits von 2009 bis 2013 inhaftiert. Die IGFM befürchtet, dass die Razzien zu einer breiter angelegten systematischen Aktion gehören, die junge christliche Gemeinschaften letztlich ins Exil drängen sollen. –
Die Appell-Adresse: Botschaft der Islamischen Republik Iran, S.E. Herrn Botschafter Ali Majedi, Podbielskiallee 65-67, 14195 Berlin, Fax: 030-8435 3535.

Sie können einen eigenen Appelltext entwerfen oder einfach den Muster-Appellbrief herunterladen. Dieser ist nur mit Absender, Datum und Unterschrift zu versehen und entweder per Fax oder per Brief an die Botschaft zu senden. (Porto 70 ct)

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Wie geht es den Christen in Nordkorea?

Ein Interview mit Hartmut Koschyk, MdB

Der CSU-Bundestagsabgeordnete, Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten sowie Vorsitzende der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe Hartmut Koschyk gilt als ausgewiesener Kenner Nordkoreas. Viele Reisen führten ihn bereits in das verschlossene Land. Koschyk liegt das Recht auf freie Ausübung der Religion sehr am Herzen – dies macht er bei seinen vielen internationalen Reisen immer wieder deutlich. Das Interview führten Vertreter des IGFM-Arbeitskreises Religionsfreiheit Weltweit.

Sie waren mehrfach in Nordkorea. Konnten Sie den Menschen direkt begegnen?

Bei Besuchen in Nordkorea werde ich natürlich immer von Funktionären des nordkoreanischen Regimes begleitet und im Vorfeld der Besuche wird auch stets ein festes Reiseprogramm mit der nordkoreanischen Seite abgestimmt. Insofern ist ein wirklich offenes Gespräch mit Menschen, denen ich begegne, meist nicht möglich.

Auch sind nur Besuche der unter strikter staatlicher Kontrolle stehenden Kirchengemeinden möglich. Allerdings gibt es rund 30.000 nordkoreanische Flüchtlinge in Südkorea, darunter zahlreiche Christen, die in Nordkorea verfolgt wurden. Bei meinen regelmäßigen Gesprächen mit nordkoreanischen Flüchtlingen in Südkorea versuche ich mir aus erster Hand ein Bild über Repressalien und Verfolgung von Christen in Nordkorea zu machen. Auch führe ich in Südkorea in allen Fällen auch Gespräche mit Vertretern der beiden christlichen Kirchen, um mich über deren Einschätzung der Lage der Christen in Nordkorea zu informieren.

Hat sich in diesem Staat zwischen Ihren Besuchen etwas verändert?

Wenn man von einer zu erkennenden leichten wirtschaftlichen Entwicklung einmal absieht, hat sich in Nordkorea in den vergangenen Jahren wenig bewegt. Der Machtanspruch von Kim Jong-un und des ihn tragenden Regimes wird nicht in Frage gestellt, Regimekritiker werden unverändert verfolgt und Religionsfreiheit und Menschenrechte weiterhin missachtet. In all den Jahren, in denen ich mich nun mit der Situation auf der koreanischen Halbinsel beschäftige, muss ich zudem leider feststellen, dass nach Phasen einer Annäherung und der Öffnung in allen Fällen auch wieder eine Phase der Verhärtung eingetreten ist. Grund hierfür ist, dass es innerhalb der nordkoreanischen Führung Strömungen gibt, die eine Annäherung und eine Öffnung des Landes befürworten bzw. kategorisch ablehnen.

Es gab Anlass zur Hoffnung, dass es den beiden koreanischen Staaten im Sommer vergangenen Jahres gelungen ist, in einer Phase der Eskalation zu einer Vereinbarung zu kommen, die ich sehr bemerkenswert empfand: Eine Quasi-Entschuldigung Nordkoreas für die im Grenzgebiet verlegten Minen einerseits und andererseits die Bereitschaft Südkoreas auf die Beschallung durch Lautsprecher an der innerkoreanischen Grenze zu verzichten. Auch wurde die Wiederaufnahme des Dialogs und erneute Treffen getrennter Familien vereinbart. Alle führenden Persönlichkeiten, alle Machtzentren Nordkoreas, Kim Jong-un, das Militär, aber auch die Partei haben diese Vereinbarung mit Südkorea begrüßt. Es sah danach aus, dass wieder etwas Bewegung in die verhärteten Fronten kommt. Leider hat der nordkoreanische Nukleartest und die darauf folgenden Raketenstarts seit Jahresbeginn die positiven Entwicklungen des vergangenen Jahres zunichte gemacht.

Sehen Sie Chancen auf Öffnung des Landes bezüglich der Religionsfreiheit und der Menschenrechte im Allgemeinen?

Auch unter dem Machthaber Kim Jong-un hat sich die Situation nicht geändert. Die Menschenrechtslage in Nordkorea bleibt unverändert besorgniserregend, umso mehr, da nach den verhängten UN-Resolutionen Nordkorea jeglichen Menschenrechtsdialog abgebrochen hat.

Momentan sind drei westliche Gefangene in Nordkorea bekannt. Einer davon ist der koreanisch-stämmige Pastor Hyeon Soo Lim. Gab es bei Ihren Besuchen Gelegenheit, das Schicksal dieser Gefangenen zu thematisieren?

Ich habe bei meinen zahlreichen Reisen nach Nordkorea meinen nordkoreanischen Gesprächspartnern immer verdeutlicht, dass der Ausbau von bilateralen Beziehungen untrennbar mit der Wahrung der Menschenrechte und dem Recht auf freie Religionsausübung verbunden ist. Dies schließt alle Menschen in Nordkorea ein, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden, darunter auch den koreanisch-stämmigen Pastor Hyeon Soo Lim.

Im Jahr 2001 wurden auf Bitten der Republik Korea zur Unterstützung der „Sonnenscheinpolitik“ des damaligen Präsidenten der Republik Korea und späteren Friedensnobelpreisträgers, Kim Dae-jung, offizielle Beziehungen zwischen Deutschland und der Demokratischen Volksrepublik Korea aufgenommen. Nach der dabei getroffenen Vereinbarung sollen die diplomatischen Beziehungen zur Sicherung der Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen, zu Fortschritten im innerkoreanischen Dialog sowie zur Verbesserung der Menschenrechtslage in Nordkorea beitragen. So haben sich die Regierung der Bundesrepublik Deutschland und die Regierung der Demokratischen Volksrepublik Korea anlässlich des Notenwechsels vom 1. März 2001 zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Staaten in Artikel 6 darauf verständigt: „Beide Seiten wollen einen Dialog über die Menschenrechtsfrage führen“. Besagter Notenwechsel ist Grundlage für alle Gespräche der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe, der ich als Vorsitzender vorstehe, und des Ausschusses für Menschenrechte des Deutschen Bundestages mit der nordkoreanischen Seite.

Die VR China gilt noch immer als der „Große Bruder“ oder zumindest Beschützer Nordkoreas. Wie bewerten Sie diesen Einfluss?

Erkennbar geht die VR China zunehmend auf Distanz zu Nordkorea, gerade auch aufgrund der Tatsache, dass der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un zunehmend unberechenbare Entscheidungen trifft, die auf eine strikte Ablehnung der chinesischen Seite stoßen.

Der Nukleartest war ein Schlag ins Gesicht für die chinesische Seite und die Tatsache, dass neben Russland auch China den bislang schärfsten Sanktionen gegen Nordkorea im UN-Sicherheitsrat zugestimmt hat, ist ein Indiz, dass selbst Peking Nordkoreas aggressiven Kurs nicht länger duldet. Der bisherige Hauptverbündete, die VR China, verweigert erkennbar immer mehr seine Rückendeckung, beteiligt sich aus globalstrategischen Überlegungen an den internationalen Sanktionen und stoppte Anfang März erstmals Rohstoffexporte an seiner Grenze zu Nordkorea.

Nach der Zustimmung der VR China zu den schärfsten Sanktionen, die der UN-Sicherheitsrat gegen Nordkorea verhängt hat, sollten die USA die Regierung in Peking nunmehr dabei unterstützen, im Schulterschluss mit Russland, Japan und Südkorea die Sechs-Parteien-Gespräche wiederzubeleben. Nur eine enge Zusammenarbeit zwischen den USA und der VR China könnte hierfür die notwendigen Voraussetzungen schaffen.

Während Ihrer Reisen haben Sie auch mehrfach Gottesdienste in den staatlich überwachten Kirchen besucht. Können Sie Ihre Eindrücke in einem solchen Gottesdienst beschreiben?

Selbst wenn die Arbeit der Kirchen in Nordkorea stark reglementiert ist, darf man dennoch nicht die spirituelle Kraft der Kirchen unterschätzen. Bei meinen Besuchen in Pjöngjang habe ich stets auch die unter strikter staatlicher Kontrolle stehenden christlichen Gemeinden (zwei evangelische Gemeinden und eine katholische Gemeinde) besucht. Zuletzt besuchte die Delegation der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe am 25. Oktober 2015 in Pjöngjang einen Gottesdienst in der katholischen Jangchung-Kirche und in der evangelischen Pongsu-Kirche. Bedenkt man, dass bei Gesprächen mit Gemeindemitgliedern immer auch Personen anwesend sind, die hierüber die staatlichen Stellen genauestens informieren, sind offene Gespräche aus Angst vor Repressalien kaum vorstellbar.

Der Gottesdienst in der katholischen Jangchung-Kirche war wie der evangelische Gottesdienst in der Pongsu-Kirche geprägt von innerkoreanischen Begegnungen. An dem katholischen Gottesdienst in der Jangchung-Kirche haben seit sieben Jahren erstmals wieder zwölf katholische Priester aus Südkorea teilgenommen, um gemeinsam den Gottesdienst zu feiern. Am evangelischen Gottesdienst in der Pongsu-Kirche nahmen Mitglieder des Ökumenischen Forums des Weltkirchenrates für Frieden, Wiedervereinigung und Entwicklungszusammenarbeit auf der koreanischen Halbinsel teil.

Die Teilnahme der südkoreanischen Priester am Gottesdienst in der katholischen Jangchung-Kirche und die Teilnahme der Mitglieder des Ökumenischen Forums des Weltkirchenrates für Frieden, Wiedervereinigung und Entwicklungszusammenarbeit auf der koreanischen Halbinsel, darunter auch Vertreter der Evangelischen Kirchen Nord- und Südkoreas sowie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Gottesdienst in der evangelischen Pongsu-Kirche verdeutlichten eindrucksvoll, welch nachhaltige Impulse für eine innerkoreanische Annäherung von den beiden christlichen Kirchen auszugehen vermögen.

Gleichzeitig boten beide Gottesdienste der nordkoreanischen Führung aber selbstverständlich auch eine willkommene Möglichkeit öffentlichkeitswirksam eine Christenverfolgung in Nordkorea in Frage zu stellen und zu zeigen, dass man auch bereit ist, in einen Menschenrechtsdialog einzutreten.

Am Gottesdienst in der evangelischen Pongsu-Kirche nahmen übrigens auch der internationale Direktor des Weltkirchenrates, Peter Prove, der Generalsekretär des Kirchenrats der Evangelischen Kirchen Südkoreas, Kim Young-Ju, der ehemalige Sonderbotschafter für Menschenrechtsfragen in Nordkorea der südkoreanischen Regierung unter Präsident Kim Dae-Jung, Prof. Park Kyung-Seo, der ehemalige südkoreanische Ministerpräsident Goh Kun sowie der Geschäftsführer der Deutschen Ostasienmission und Ostasienreferent des Evangelischen Missionswerks in Deutschland, Lutz Drescher, der die EKD in genanntem Ökumenischen Forum vertritt, teil.

Ist der Status traditioneller Religionsgemeinschaften mit dem der Christen vergleichbar, oder steht für die Buddhisten und Anhänger des Konfuzianismus ein größerer Spielraum zur Verfügung, wie wir etwa in Laos beobachten, wo dem Buddhismus eine Sonderstellung eingeräumt wurde?

Christen und andere Religionsgemeinschaften gelten in Nordkorea als gefährliche politische Feinde, insbesondere auch weil sie die gottgleiche Verehrung von Staatsgründer Kim Il Sung sowie dessen 2011 verstorbenem Sohn Kim Jong Il ablehnen. Ihren Glauben können die Christen in Nordkorea nur heimlich leben.

Verfügt die russisch-orthodoxe Kirche über bessere Bedingungen?

Die russisch-orthodoxe Kirche unterliegt der gleichen strengen Reglementierung durch die staatlichen Stellen und ist wie die anderen christlichen Kirchen Repressalien ausgesetzt. Aufgrund der Tatsache, dass weniger Menschen der russisch-orthodoxen Kirche angehören, wird sie allerdings vom nordkoreanischen Regime wohl weniger als Bedrohung angesehen.

Ist der Personenkult um Kim Jong-un und seiner Dynastie noch allgegenwärtig?

Der Personenkult um Kim Jong-un und seiner Dynastie ist für die Legitimation des Regimes von entscheidender Bedeutung. Obwohl der Personenkult in den nordkoreanischen Medien und der Gesellschaft allgegenwärtig scheint, bin ich dennoch der festen Überzeugung, dass wie zu Zeiten des Stalinismus in der Sowjetunion es auch in Nordkorea nicht gelungen ist, eine kritische Reflektion über Kim Jong-un und das ihn tragende Regime auszulöschen. Dies umso mehr in der jetzigen Situation, da Kim Jong-un 2011 mit der Marschrichtung angetreten war, den Lebensstandard der Bevölkerung Nordkoreas deutlich zu verbessern – aber das Gegenteil ist der Fall, denn Nordkorea bewegt sich unaufhaltsam in die wirtschaftliche Isolation.

Was empfehlen Sie einer Privatperson, die sich für Religionsfreiheit und Menschenrechte in Nordkorea einsetzen möchte?

Es ist von größter Bedeutung, dass die Missachtung der Religionsfreiheit und der Menschenrechte in Nordkorea im Blickfeld der öffentlichen Wahrnehmung bleibt. Hierzu tragen nachhaltig auch unzählige Nichtregierungsorganisationen, bei denen sich Privatpersonen engagieren können, weltweit bei.

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Franziskus: Aufruf zur Solidarität mit Christen in Nahost

Freilassung!

Ihre Hilfe für Verfolgte und Bedrängte

Solidarität mit mit den koptischen und orientalischen Christen

Algerien