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Christenverfolgung – Fröhliche Weihnachten?

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Religiöser Fanatismus war die Ursache terroristischer Angriffe auf Kirchen und Gläubige in den letzten fünf bis sechs Jahren, besonders auch zu Weihnachten. Max Klingberg, Mitarbeiter der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) schreibt dazu im ‘Jahrbuch zur Verfolgung und Diskriminierung von heute – 2013’: „Global betrachtet ist religiöser Fanatismus die häufigste Ursache für Feindseligkeiten gegenüber christlichen und anderen Minderheiten. Festgehalten werden muss, dass islamische Extremisten dabei nicht die einzigen sind, die mit systematischer Gewalt Andersgläubige und Andersdenkende einschüchtern. Auch fundamentalistische Hindus verüben seit Jahren in mehreren indischen Bundesstaaten gezielt Gewaltverbrechen, vor allem gegen Christen, aber auch gegen Muslime. Bemerkenswert ist, dass die christlichen Opfer auf diese Verbrechen mehrheitlich nicht mit Gegengewalt reagiert haben und so für die Täter zu leichteren Opfern wurden. Auch buddhistische Extremisten haben mehrfach Christen physisch angegriffen, insbesondere auf Sri Lanka, wo Gemeindehäuser verwüstet und Gemeindemitglieder zusammengeschlagen wurden. An manchen dieser Überfälle waren buddhistische Mönche beteiligt. Dennoch: In der Mehrheit der betroffenen Staaten ist die wichtigste Ursache für Diskriminierung, Ausgrenzung und auch Verfolgung von Christen islamischer Fundamentalismus.“

Der in Oberndorf am Neckar erscheinende „Schwarzwälder Bote“ veröffentlichte am 21.12.2013 im Hinblick auf mögliche Terroranschläge zu Weihnachten 2013 den Artikel „Christenverfolgung – so schlimm wie nie“, der hier in gekürzter Form wiedergegeben wird:
Weihnachten ist für Christen in vielen Ländern nicht mehr nur Zeit der Freude, sondern inzwischen auch der Angst. Islamisten verübten auch 2013 zahlreiche Anschläge auf Christen und Kirchen. Vielerorts flüchten Christen vor dem wachsenden Terror.
Für die Christen in Madalla/Nigeria wird es wohl lange nicht mehr eine unbeschwerte Weihnachtszeit geben. Das Fest 2011 hat alles verändert. Damals starben in der Kirche St. Theresa bei einem Terrorangriff 44 Menschen.
Seither steht eine Mauer um die Kirche; sie wird von bewaffneten Männer bewacht. Gottesdienstbesucher werden durchsucht. Der Pastor beklagt verlorenes Vertrauen. Inzwischen »wird jeder Muslim verdächtigt«. Vorbei die früher herzliche Beziehung zu Muslimen.
In Madalla und anderswo in Nigeria hat die islamistische Terrorgruppe Boko Haram auch 2013 vor allem Christen im Visier. Erneut starben Hunderte Menschen. Christenverfolgung hat nach Angaben von Menschenrechtsgruppen und Kirchen nicht nur im bevölkerungsreichsten Staat Afrikas, sondern weltweit erneut zugenommen. Besonders in Afrika und im Nahen Osten leiden Christen unter islamischen Extremisten und intoleranten Regierungen.
»Noch nie zuvor in der Geschichte wurden so viele Christen bedrängt und verfolgt, wie in unseren Tagen, betonte Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. US-Senator Rand Paul spricht sogar vom weltweiten Krieg gegen das Christentum.

»Wir beobachten mit großer Sorge, dass die Lage der Christen und anderer religiöser und ethnischer Minderheiten in Nordafrika, dem Nahen oder Mittleren Osten, nach dem Sturz der autoritären Regime sich zum Schlechteren entwickelt«, heißt es im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD.

Nordkorea, wo schon ein gemeinsames Gebet ins Arbeitslager führt, gilt als Horrorland für Christen. Experten verweisen aber darauf, dass die brutale Verfolgung Andersdenkender in der Diktatur Kim Jong Un’s flächendeckend sei. In Afrika und im Nahen Osten gehe es aber oft gezielt nur gegen Christen. In manchen islamischen Staaten wie Saudi-Arabien sind ohnehin fast alle Aktivitäten von Christen gesetzeswidrig. Das US-Forschungszentrum PEW zählt Saudi-Arabien zu den 18 Ländern, in denen die Religionsausübung massiv eingeschränkt wird.
Dramatisch hat sich die Lage in Syrien entwickelt. Mehr als 40 Prozent der etwa 2,5 Millionen Christen sollen schon geflohen sein. In Ägypten klagen die Christen weiter über Diskriminierung, 40 Kirchen und christliche Einrichtungen wurden der katholischen Kirche zufolge zerstört. Im Irak leben nur noch 300000 der früher einmal 1,5 Millionen Christen. Sie flohen vor dem Terror der Islamisten, der 2013 erneut zunahm. In den Palästinensergebieten wandern Christen schon seit vielen Jahren wegen wachsender Repressalien und Übergriffe von Islamisten aus.
Auch in Pakistan wächst die Angst unter den acht Millionen Christen. 2013 gab es mehr Attacken denn je. Beim Anschlag auf eine Kirche in Peshawar starben mindestens 86 Menschen. Weiter verschlechtert hat sich die Lage der Christen in vielen Teilen Afrikas. Eritrea gilt als das »Nordkorea Afrikas«, so das »Christian Persecution Magazine«. 1200 Christen sollen sich in menschenunwürdigen Gefangenenlagern und Gefängnis-Containern befinden.
Seit März hat sich die Lage in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) zugespitzt. Nachdem die muslimischen Seleka-Rebellen mit Hilfe ausländischer Islamisten gesiegt und die Hauptstadt Bangui erobert hatten, sind Christen systematisch Ziel von Attacken. Es sind Pastoren getötet, Frauen vergewaltigt und Kirchen zerstört worden.
Auch im zu 95 Prozent muslimischen Sansibar, einer Insel vor Tansania, werden Christen vermehrt Zielscheibe brutaler Angriffe. Weltweite Aufmerksamkeit gab es, als im Sommer zwei 18-jährige Britinnen Opfer eines Säureanschlags wurden. Die Zerstörung von Kirchen und christlichen Stätten nimmt laut der US-Organisation International Christian Concern zu.

Unruhe auch in Kenia. Die katholischen Bischöfe äußerten sich »tief besorgt über die wachsende Unsicherheit und Terroranschläge gegen unschuldige Christen«.
In Nigeria ist ein Ende des religiösen Fanatismus von Boko Haram nicht absehbar. Auch 2013 wird die Zahl der Terroropfer auf über 1000 gestiegen sein. Vor allem im islamischen Norden werden Christen drangsaliert und unterdrückt. Zehntausende sind in den Süden geflohen.
Inzwischen seien auch andere Islamisten-Gruppen aktiv, ihr Einfluss verstärke sich sogar in Nachbarländern wie Kamerun.
»Viele Leute beten nur noch zu Hause, lesen dort die Bibel oder hören sich Predigten im Radio an, sie haben einfach zu viel Angst«, berichtet jemand aus Nigerias Hauptstadt Abuja. »Wir wissen, dass die meisten Anschläge geschehen, wenn Christen feiern. Wir haben Angst, aber Angst darf nicht dein Leben diktieren«.

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