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Monthly Archives: Oktober 2015

Pater Tom immer noch in islamistischer Hand

Die Hoffnung nicht aufgeben!

Der pakistanische Christ Pervaiz Masih ist frei!

Aktuelle Meldung zu unserer Appellbitte vom 1. Oktober 2015

Frankfurt am Main. Ungewöhnlich schnell kam jetzt ein Gefangener frei: Der wegen Blasphemie beschuldigte pakistanische Christ Pervaiz Masih, vierfacher Familienvater aus der Nähe der Stadt Kasur (Provinz Punjab), wurde am Samstag gegen Kaution aus dem Gefängnis entlassen. Wie unsere Partner-Organisation The Voice berichtet, handelt es sich um einen seltenen Fall in der pakistanischen Geschichte, in dem bereits die erste Gerichtsinstanz einem Kautionsantrag der Verteidigung zustimmte. In vielen Fällen, wie etwa in dem von Asia Bibi, kam es schon sofort zu Verurteilungen. Der Bezirk Kasur gilt sogar als eine Gegend, in der ein rigides islamisches Rechtsverständnis vorherrscht, ein Landstrich, in dem sich die Menschen in den Dörfern leicht von Hasspredigern aufhetzen lassen. Wiederholt kam es bereits zu Fällen von Lynchjustiz, in denen der Mob gegen die Beschuldigten vorging.

Das Blasphemie-Gesetz ist zu einem Mittel zur Rache in persönlichen Auseinandersetzungen geworden, sagen pakistanische Menschenrechtler, so auch im Fall Pervaiz Masih. Seit dem 2. September saß der Ziegelei-Arbeiter wegen des Blasphemie-Vorwurfs hinter Gittern. Nach 14 Tagen durften seine Anwälte einen Kautionsantrag stellen. Pervaiz musste sogar befürchten, gelyncht zu werden und war daher zeitweise untergetaucht. Als die Polizei ihn suchte, zeigte sie sich äußerst parteiisch, misshandelte sogar seine Familie und bedrohte später auch das Team von The Voice, als dies in dem Fall ermittelte.

The Voice ist eine Stimme der unterdrückten Menschen und in ihrer Religionsfreiheit bedrohten Christen in der pakistanischen Provinz Punjab. Voice untersucht, bringt die Wahrheit ans Licht, klagt nicht nur an, sondern hilft auch humanitär. Und sie vertritt die Opfer vor Gericht, klärt über Realitäten auf, über die die Politik nicht laut spricht. Auch Pakistan wollen immer mehr Menschen verlassen – Gründe gibt es genug, aber noch mehr Gründe, den Menschen dort beizustehen und zu helfen. Wir unterstützen The Voice. Bitte helfen sie uns dabei.

Parlamentarier setzen sich für iranische Glaubensgefangene ein

Bei der Internationalen Parlamentarier-Konferenz in New York im September 2015 bekam die Ehefrau des inhaftierten iranischen Pastors Abedini Gelegenheit, seinen Fall vor mehr als 100 Parlamentariern aus 50 Staaten vorzutragen. Die Konferenzteilnehmer haben daraufhin einen Brief an die iranische Regierung unterzeichnet, in dem sie für die Freilassung von Saeed Abedini und seiner Mitgefangenen eintraten. Namentlich genannt wurden die Pastoren Behnam Irani und Farshid Fathi Malayeri. Ebenso wurde auf das Schicksal von sieben verfolgter Bahá`í-Führer hingewiesen, die in 2010 zu 20 Jahren Haft verurteilt wurden, sowie auf das Schicksal von Mitgliedern der Sufi-Gemeinschaft.

>>>Download Appellbrief der Parlamentarier

Appellbitte für bedrängte pakistanische Christen

Die missbräuchliche Anwendung der Blasphemie-Paragrafen ist in Pakistan an der Tagesordnung. Jetzt trifft es wieder einmal einen Ziegelei-Arbeiter und seine Familie. Auch die Christen im Dorf sind mitbedroht; ihnen wird eine Mitschuld unterstellt und man droht, sie auf offener Straße zu verbrennen. Das Schicksal der Familie Pervaiz und Zarina Masih geht aus dem folgenden Muster-Appellbrief* hervor. Sie können der Familie Masih nicht nur durch Bittschreiben helfen, sondern auch durch Spenden für ihre Versorgung, während sie sich verstecken muss, sowie für ihre Auslagen zur Verteidigung vor Gericht. Ihre Zuschriften an die IGFM, Borsigallee 9, D-60388 Frankfurt, sowie Ihre Spenden, hier online unter dem Kennwort „VOICE“ möglich, reichen wir gerne weiter – siehe rechts oben ‚Online-Spenden‘.

Es empfiehlt sich aber, diesen Appell in der englischen Fassung an die pakistanische Botschaft in Berlin zur Weiterleitung an den Präsidenten in Islamabad zu senden>>>Download Muster-Appellbrief. Dieser ist – wie üblich – nur mit Absender, Datum und Unterschrift zu versehen.

*Exzellenz, der christliche Familienvater und Ziegelei-Arbeiter Pervaiz Masih aus dem pakistanischen Dorf Gharry Wala, etwa fünfzig Kilometer von der Stadt Kasur/ Punjab entfernt, sitzt seit dem 2. September wegen des unberechtigten Vorwurfs der Blasphemie in Haft. Konkurrenten hatten ihn Mitte August infolge eines Streites um einen Zuschlag für eine Sandlieferung wegen Verstoßes gegen Paragraph 295 C des pakistanischen Strafgesetzbuchs angezeigt. Bevor ermittelt werden konnte, ob der Vorwurf glaubwürdig ist, wurde Pervaiz Masih bereits bedroht und er versteckte sich, aus Angst, gelyncht zu werden.

Auf der Suche nach dem Angeklagten wandten die örtlichen Sicherheitskräfte Gewalt an, wobei sie Masihs Familienangehörige beleidigten und misshandelten. Vier Verwandte wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen. Eine schwangere Schwägerin berichtete, wie die Polizisten gnadenlos auf alle einschlugen. Auch die Schwester von Masihs Ehefrau Zarina, die eine Woche zuvor per Kaiserschnitt entbunden hatte, sowie ihr Neugeborenes, wurden nicht verschont.

Masihs Familie und seine christlichen Nachbarn sind aktuell in höchster Gefahr. Unseren Informationen zufolge wird ihnen durch andere Dorfbewohner, die am 3.September von einem Imam aufgehetzt wurden, damit gedroht, auf offener Straße verbrannt zu werden. Die Dorfbewohner gehen davon aus, dass alle Christen mit Pervaiz Masih verwandt sind und deshalb eine Mitschuld tragen.

Exzellenz, seit vielen Jahren weist die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) auf diese – besonders für Christen und andere religiöse Minderheiten gefährliche – Lücke im Rechtsstaat hin. Pakistanische Menschenrechtler beklagen, dass das Blasphemie-Gesetz zu einem Mittel der Rache in persönlichen Auseinandersetzungen geworden ist. Eindringlich bitten wir Sie, sich für die sofortige Freilassung und Sicherheit Pervaiz Masihs sowie für den Schutz seiner Familienangehörigen und Nachbarn einzusetzen, die als Christen lange Zeit friedlich mit ihren muslimischen Nachbarn zusammengelebt haben und nun ausgegrenzt und bedroht werden. Hochachtungsvoll

Appelladresse: Seine Exzellenz Mamnoon Hussain Präsident der Islamischen Republik Pakistan Via Botschaft der Islamischen Republik Pakistan, Schaperstrasse 29, 10719 Berlin. Fax 030 21244210.

Sinai: Christen in großer Bedrängnis

Ihre Hilfe für Verfolgte und Bedrängte

Unterschreiben für Gerechtigkeit:

Machen Sie mit: Petition für ein Tribunal über den Islamischen Staat (IS)

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