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Monthly Archives: Dezember 2013

Alarmierend…

Pater Tom immer noch in islamistischer Hand

Die Hoffnung nicht aufgeben!

China: Schicksal von vier katholischen Priestern ungewiss

‘Die Welt’ titelt in ihrer gestrigen Ausgabe (30.12.13): „China will Arbeitslager sofort räumen – die Umerziehungshaft ist Geschichte: Peking entlässt seine politischen Gefangenen. Doch es ist unklar, ob alle profitieren.“

Am vergangenen Freitag hatte das 164-köpfige Präsidium des Volkskongresses, die höchste Gesetzgebungsinstanz Chinas, das System der Arbeitshaft für ungültig erklärt und seine Aufhebung „endgültig“ besiegelt.

Chinas Sicherheitsbehörden konnten unliebsame Personen – gleich welcher Art – als sogenannte soziale Unruhestifter bis zu vier Jahren ohne Einschaltung von Richtern oder Anwälten einsperren. Im Oktober 2012 soll es nach Angaben des Rechtsforschers Wang Gongyi vom Justizministerium 60.000 Gefangene in allen chinesischen Arbeitslagern gegeben haben.

In den Provinzen Shanghai, Anhui und Guangdong sollen jetzt alle Lager geschlossen worden sein. Allein der Provinz Anhui seien 1314 Häftlinge entlassen worden. Aber was ist mit den im August 2013 verhafteten vier katholischen Priestern aus der Provinz Hebei?

Der 39-jährige Priester Song Wanjun aus der Diözese Xiwanzi im Norden der Provinz Hebei wurde am frühen Morgen des 7. August von 10 Polizeibeamten aus seinem Auto heraus verhaftet und an einen unbekannten Ort gebracht. Drei weitere Priester aus Hebei – Shi Weiqiang, Tian Jianmin und Yang Gang – wurden ebenfalls im August 2013 verhaftet. Wie die Kommission Justitia et Pax der Diözese Hongkong bereits am 13. April 2011 berichtet hatte, haben seit 2006 fast 20 Geistliche in der Region Zhangjiakou (Nord-Hebei) illegale Inhaftierung, Misshandlungen und Zwangsunterricht erlitten. Die Kommission wies dabei auch auf mehrere Fälle von Folter hin.

Die IGFM bittet: Fragen Sie beim chinesischen Botschafter Shi Mingde nach, ob die vier Priester im Rahmen der Aufhebung der Arbeitshaft freigekommen sind. Weisen Sie auf deren Inhaftierung im Widerspruch zum Menschenrecht ‘Religionsfreiheit’ (Art. 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte) hin. 

Seine Exzellenz, Botschafter Shi Mingde, Botschaft der VR China, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin, Fax:030-27588 221 >>>Download Musterbrief

Appellieren für einen inhaftierten pakistanischen Christen

Im Juli 2012 wurde der pakistanische Christ Zafar Bhatti aufgrund von Blasphemievorwürfen verhaftet und im Adayala Gefängnis in Rawalpindi inhaftiert.

Zafar verkaufte von Tür zu Tür Medikamente, sprach dabei oft über Jesus und betete manchmal mit seinen Kunden. Er gründete eine kleine Organisation mit Namen Jesus World Mission, die den Armen helfen sollte.

Ahmed Khan, stellvertretende lokaler Leiter der radikalislamischen Gruppe „Jamat Ehl-e-Sunnat“, warf nun Zafar vor, die Mutter des Propheten Mohammed mit einer SMS auf seinem Handy beleidigt zu haben. Zafar wurde nach dem berüchtigten § 295C des pakistanischen Strafrechts, der die Beleidigung Mohammeds mit der Todesstrafe bedroht, angeklagt. Das Verfahren ist voller Ungereimtheiten. Abgesehen davon, dass die angebliche Beleidigung der Mutter des Propheten nach dem milderen § 295a zu ahnden wäre, ist kein Grund ersichtlich, warum Zafar an ein Mitglied einer radikalislamischen Gruppe eine beleidigende SMS verschickt haben sollte. Zafar wurde im Gefängnis geschlagen, man versuchte, ihn zu vergiften und islamische Gefängnisinsassen übten Druck auf ihn aus, seinen christlichen Glauben aufzugeben. Zafars Frau ist sehr um seine Gesundheit und Sicherheit besorgt.

Im Oktober 2013 soll nach uns vorliegenden Informationen Zafars Ankläger widerrufen haben. Es hat allerdings wegen der Gefahr, das Zafar auf dem Weg vom Gefängnis zum Gerichtsgebäude durch Fanatiker  umgebracht wird, keine neue Verhandlung stattgefunden. Richter und Anwälte müssen ihn im Gefängnis aufsuchen, was lange dauern kann.

Appellieren Sie an den pakistanischen Staatspräsidenten Mamnoon Hussain*, sich unverzüglich für eine neue Verhandlung des Falls in einem sicherem Umfeld einzusetzen, auch für den Schutz für ihn und den seiner Familie nach der Freilassung.
*via Botschaft der Islamischen Republik Pakistan, Schaperstr. 29, 10719 Berlin, Fax +49 (0) 30 212 44210, eMail: mail@pakemb.de;  >>>Download Musterbrief

‘Religionsfreiheit’ im schwarz-roten Koalitionsvertrag

Der aktuelle Koalitionsvertrag schreibt Schutz und Förderung der Menschenrechte fest. Dabei ist explizit auch die Religionsfreiheit aufgeführt:

„Wir treten für die Religionsfreiheit als elementares Menschenrecht ein. Dies gilt auch für das Recht, keiner Religionsgemeinschaft anzugehören und die Religion zu wechseln. Die Solidarität mit benachteiligten und unterdrückten religiösen Minderheiten ist uns ein besonderes Anliegen. In vielen Ländern der Welt werden besonders Christen wegen ihres Glaubens bedrängt, verfolgt und vertrieben. Religiöse Konflikte vermischen sich oftmals mit sozialen und wirtschaftlichen Spannungen.“ (Seite 179). – Zusätzlich gibt es zwei weitere Erwähnungen:

Zur Türkei heißt es: „Die unbedingte Achtung der Werte, auf denen auch die EU fußt, wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit sowie Religions- und Meinungsfreiheit, und deren innerstaatliche Durchsetzung sind Voraussetzung für weitere Fortschritte.“ (Seite 165)

Zur arabischen Welt heißt es: „Der Umgang mit der jeweiligen Opposition, die Gewährung elementarer Grund- und Freiheitsrechte einschließlich des Rechts auf Religionsfreiheit sowie die Existenz einer freien Presse- und Medienlandschaft sind für uns ausschlaggebende Kriterien für die Unterstützung dieser Staaten. Religiöse Minderheiten müssen ihren Glauben frei ausüben können und vor Gewalt geschützt werden.“ (Seite 172) >>>Download Koalitionsvertrag

Prof. Thomas Schirrmacher, unter anderem IGFM-Vorstandsmitglied, kommentierte: „…erfreulich ist, dass man ausdrücklich auch verfolgte Christen erwähnt, weil angesichts der Freiheiten, die die Mehrheitsreligion in unserem Land hat, oft übersehen wird, dass das Christentum in vielen Ländern zur unerwünschten Religion geworden ist,“ und er fügte hinzu:
„Die Große Koalition des ersten Kabinett Merkel hat erstmals das Thema Religionsfreiheit einschließlich auch eines offensiven Einsatzes für verfolgte christliche Minderheiten zu einem zentralen Thema der Außenpolitik, aber auch der Arbeit im Menschenrechtsausschuss des Bundestages gemacht. Dies setzte sich erfreulicher Weise in der schwarz-gelben Koalition des zweiten Kabinett Merkel fort, auch wenn der kleine Koalitionspartner recht wenig mit religiösen Fragestellungen anfangen konnte. Das dritte Kabinett Merkel mit dem Außenminister des ersten Kabinetts Merkel hat nun die Möglichkeit, auf das bisher Erreichte aufzubauen und noch entschiedener die Religionsfreiheit in alle Menschenrechtsdialoge gleichwertig mit anderen Menschenrechten einzubinden. Unsere Erwartungen sind deswegen sehr hoch, dass Religionsfreiheit im In- und Ausland gefördert wird und auch die Bereitschaft bestehen bleibt, dabei die Diskriminierung und Verfolgung von christlichen Minderheiten namentlich anzusprechen.“

Schirrmacher meinte weiter, dass es begrüßenswert sei, dass das Recht auf Religionswechsel ausdrücklich erwähnt werde. Dies führe hoffentlich dazu, dass religiöse Konvertiten unter den Asylbewerbern besonders geschützt werden und die Außenpolitik in bilateralen Gesprächen besonders darauf hinweisen wird, dass das Recht auf Religionswechsel ein integraler Bestandteil des internationalen Menschenrechtskataloges ist und keine bürgerlichen oder strafrechtlichen Folgen haben darf.

Christenverfolgung – Fröhliche Weihnachten?

Religiöser Fanatismus war die Ursache terroristischer Angriffe auf Kirchen und Gläubige in den letzten fünf bis sechs Jahren, besonders auch zu Weihnachten. Max Klingberg, Mitarbeiter der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) schreibt dazu im ‘Jahrbuch zur Verfolgung und Diskriminierung von heute – 2013’: „Global betrachtet ist religiöser Fanatismus die häufigste Ursache für Feindseligkeiten gegenüber christlichen und anderen Minderheiten. Festgehalten werden muss, dass islamische Extremisten dabei nicht die einzigen sind, die mit systematischer Gewalt Andersgläubige und Andersdenkende einschüchtern. Auch fundamentalistische Hindus verüben seit Jahren in mehreren indischen Bundesstaaten gezielt Gewaltverbrechen, vor allem gegen Christen, aber auch gegen Muslime. Bemerkenswert ist, dass die christlichen Opfer auf diese Verbrechen mehrheitlich nicht mit Gegengewalt reagiert haben und so für die Täter zu leichteren Opfern wurden. Auch buddhistische Extremisten haben mehrfach Christen physisch angegriffen, insbesondere auf Sri Lanka, wo Gemeindehäuser verwüstet und Gemeindemitglieder zusammengeschlagen wurden. An manchen dieser Überfälle waren buddhistische Mönche beteiligt. Dennoch: In der Mehrheit der betroffenen Staaten ist die wichtigste Ursache für Diskriminierung, Ausgrenzung und auch Verfolgung von Christen islamischer Fundamentalismus.“

Der in Oberndorf am Neckar erscheinende „Schwarzwälder Bote“ veröffentlichte am 21.12.2013 im Hinblick auf mögliche Terroranschläge zu Weihnachten 2013 den Artikel „Christenverfolgung – so schlimm wie nie“, der hier in gekürzter Form wiedergegeben wird:
Weihnachten ist für Christen in vielen Ländern nicht mehr nur Zeit der Freude, sondern inzwischen auch der Angst. Islamisten verübten auch 2013 zahlreiche Anschläge auf Christen und Kirchen. Vielerorts flüchten Christen vor dem wachsenden Terror.
Für die Christen in Madalla/Nigeria wird es wohl lange nicht mehr eine unbeschwerte Weihnachtszeit geben. Das Fest 2011 hat alles verändert. Damals starben in der Kirche St. Theresa bei einem Terrorangriff 44 Menschen.
Seither steht eine Mauer um die Kirche; sie wird von bewaffneten Männer bewacht. Gottesdienstbesucher werden durchsucht. Der Pastor beklagt verlorenes Vertrauen. Inzwischen »wird jeder Muslim verdächtigt«. Vorbei die früher herzliche Beziehung zu Muslimen.
In Madalla und anderswo in Nigeria hat die islamistische Terrorgruppe Boko Haram auch 2013 vor allem Christen im Visier. Erneut starben Hunderte Menschen. Christenverfolgung hat nach Angaben von Menschenrechtsgruppen und Kirchen nicht nur im bevölkerungsreichsten Staat Afrikas, sondern weltweit erneut zugenommen. Besonders in Afrika und im Nahen Osten leiden Christen unter islamischen Extremisten und intoleranten Regierungen.
»Noch nie zuvor in der Geschichte wurden so viele Christen bedrängt und verfolgt, wie in unseren Tagen, betonte Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. US-Senator Rand Paul spricht sogar vom weltweiten Krieg gegen das Christentum.

»Wir beobachten mit großer Sorge, dass die Lage der Christen und anderer religiöser und ethnischer Minderheiten in Nordafrika, dem Nahen oder Mittleren Osten, nach dem Sturz der autoritären Regime sich zum Schlechteren entwickelt«, heißt es im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD.

Nordkorea, wo schon ein gemeinsames Gebet ins Arbeitslager führt, gilt als Horrorland für Christen. Experten verweisen aber darauf, dass die brutale Verfolgung Andersdenkender in der Diktatur Kim Jong Un’s flächendeckend sei. In Afrika und im Nahen Osten gehe es aber oft gezielt nur gegen Christen. In manchen islamischen Staaten wie Saudi-Arabien sind ohnehin fast alle Aktivitäten von Christen gesetzeswidrig. Das US-Forschungszentrum PEW zählt Saudi-Arabien zu den 18 Ländern, in denen die Religionsausübung massiv eingeschränkt wird.
Dramatisch hat sich die Lage in Syrien entwickelt. Mehr als 40 Prozent der etwa 2,5 Millionen Christen sollen schon geflohen sein. In Ägypten klagen die Christen weiter über Diskriminierung, 40 Kirchen und christliche Einrichtungen wurden der katholischen Kirche zufolge zerstört. Im Irak leben nur noch 300000 der früher einmal 1,5 Millionen Christen. Sie flohen vor dem Terror der Islamisten, der 2013 erneut zunahm. In den Palästinensergebieten wandern Christen schon seit vielen Jahren wegen wachsender Repressalien und Übergriffe von Islamisten aus.
Auch in Pakistan wächst die Angst unter den acht Millionen Christen. 2013 gab es mehr Attacken denn je. Beim Anschlag auf eine Kirche in Peshawar starben mindestens 86 Menschen. Weiter verschlechtert hat sich die Lage der Christen in vielen Teilen Afrikas. Eritrea gilt als das »Nordkorea Afrikas«, so das »Christian Persecution Magazine«. 1200 Christen sollen sich in menschenunwürdigen Gefangenenlagern und Gefängnis-Containern befinden.
Seit März hat sich die Lage in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) zugespitzt. Nachdem die muslimischen Seleka-Rebellen mit Hilfe ausländischer Islamisten gesiegt und die Hauptstadt Bangui erobert hatten, sind Christen systematisch Ziel von Attacken. Es sind Pastoren getötet, Frauen vergewaltigt und Kirchen zerstört worden.
Auch im zu 95 Prozent muslimischen Sansibar, einer Insel vor Tansania, werden Christen vermehrt Zielscheibe brutaler Angriffe. Weltweite Aufmerksamkeit gab es, als im Sommer zwei 18-jährige Britinnen Opfer eines Säureanschlags wurden. Die Zerstörung von Kirchen und christlichen Stätten nimmt laut der US-Organisation International Christian Concern zu.

Unruhe auch in Kenia. Die katholischen Bischöfe äußerten sich »tief besorgt über die wachsende Unsicherheit und Terroranschläge gegen unschuldige Christen«.
In Nigeria ist ein Ende des religiösen Fanatismus von Boko Haram nicht absehbar. Auch 2013 wird die Zahl der Terroropfer auf über 1000 gestiegen sein. Vor allem im islamischen Norden werden Christen drangsaliert und unterdrückt. Zehntausende sind in den Süden geflohen.
Inzwischen seien auch andere Islamisten-Gruppen aktiv, ihr Einfluss verstärke sich sogar in Nachbarländern wie Kamerun.
»Viele Leute beten nur noch zu Hause, lesen dort die Bibel oder hören sich Predigten im Radio an, sie haben einfach zu viel Angst«, berichtet jemand aus Nigerias Hauptstadt Abuja. »Wir wissen, dass die meisten Anschläge geschehen, wenn Christen feiern. Wir haben Angst, aber Angst darf nicht dein Leben diktieren«.

Solidarität mit mit den koptischen und orientalischen Christen

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